Völlig fertig bin ich morgens 7Uhr in Córdoba angekommen. Mal wieder eine Nacht im Bus verbracht, so dass ich einfach ins Taxi sprang und mich zum Hostel hab fahren lassen. Nett wie ich bin, wollte ich ein gutes Trinkgeld geben (Kosten für die Fahrt 32 Peso). Ich gab ihm einen 50-ger und sagte 40 Peso. Es gab kein Wechselgeld, denn 10 Peso sind angeblich Gebühren, die dann der Busbahnhof bekommt. Na klar, dachte ich mir. Aber zum Diskutieren war mir um diese Zeit nicht zumute.
Das Einchecken ins Hostel war kurz und bündig. Mein Zimmer war noch nicht frei, also stopfte ich mir meine Ohrstöpsel bis zum Anschlag in die Ohren und machte es mir auf der Couch im Aufenthaltsbereich gemütlich. Ich bin sofort eingeschlafen und wurde dann irgendwann durch Stimmen geweckt. Ein Typ saß auf der Couch gegenüber und skypte lautstark.
Nun war ich auch bereit auf den Plausch mit dem Mädel an der Rezeption. Sie zeigte mir die Zimmer, die Küche, die Dusche. Es gab doch tatsächlich nur 15 Betten und 10 davon waren mit Deutschen belegt. Na Klasse, wo bin ich hier nur gelandet. Eine Planung für das WE gab es nicht. Im Endeffekt hatte ich keine Lust 25h im Bus bis nach Mendoza zu sitzen. Somit war ich hocherfreut zu hören, dass es abends ein Asado (BBQ oder Grillabend) geben wird. Der Tag war für mich eh gelaufen. Warum dann den Abend nicht in Gesellschaft von deutschen Gelichgesinnten verbringen.
In meinem Zimmer traf ich auf Paula, ein Mädel aus Deutschland. Die Chancen standen ja recht gut auf jemand deutsches zu treffen. Sie erzählte mir, dass sie am nächsten Tag einen Ganztagestrip zu Pferd gebucht hatte. Kurzerhand buchte ich mich mit ein.
Das Asado startete dann auch schon kurz nach 21Uhr. Der Tagesablauf in Argentinien ist einfach anders. Früher hätte ich den Ablauf wahrscheinlich gut gefunden. Heutzutage ist es doch ein wenig ermüdend. Der Tag startet morgens mit Arbeit, was auch immer das sein mag. Ab 13Uhr geht dann erst mal Garnichts mehr. Siesta ist angesagt. Und das auch mal gut und gern bis 17/18Uhr. Dann wird nochmal gearbeitet. Vielleicht bis 21Uhr. Nach Feierabend gibt es Abendbrot gegen 22Uhr und dann wird sich die Nacht um die Ohren gehauen. Und das Tag für Tag.
Wir haben bis nachts 1:30Uhr geschlemmt. Unter ein paar Deutschen haben sich zum Glück viele einheimische Befreundete des Hostel-Besitzers eingefunden. Jedes Mal, wenn die neu gefüllte Fleischplatte herein getragen wurde, gab es tosenden Applaus. Die Gläser schellten und es ging weiter. Runde für Runde.
Am nächsten Morgen wurden wir vom Herrn der Pferde persönlich abgeholt. Es ging erst einmal gute 30 Minuten Richtung Berge, raus aus der Stadt. Dann hat er uns an einem See abgesetzt, um die Pferde startklar zu machen. Und dann ging es auch schon los. Ich saß ein wenig unsicher und wohl auch verkrampft im Sattel. Klar, dass das mein Hottehü auch gemerkt hat. Ich dachte wir reiten entspannt durch die Prärie. Aber das war falsch gedacht. Es ging über Stock und Stein schmale Pfade entlang, Berge hinauf, Berge hinunter, durch kleine Flussläufe. Sobald ein Pferd los trabte, gingen alle mit durch und offensichtlich waren einige begabte Reiter in der Gruppe dabei. Meine Güte, hätte ich gewusst, was mich erwartet, hätte ich den Tag wahrscheinlich nicht gebucht. Mit der Zeit wurde ich dann aber immer entspannter und wie es so ist, es fing an Spaß zu machen. Die Landschaft war toll und mein Hottehü und ich wurden auch langsam Freunde. Am Nachmittag gab es dann Asado und wir schmausten lecker im Nirgendwo. Nach einem Schluck Rotwein saß ich auf jeden Fall noch entspannter im Sattel. Aber dann war der Tag auch schon vorbei.
Sonntag ging es dann mit Paula zur Free Walking Tour. Die Innenstadt Córdobas ist doch recht überschaubar. Beeindruckend fand ich jedoch die Iglesia de Los Capuchinos. Für abends hatte uns unser Guide noch vorgeschlagen an einer Bar-Tour durch die Stadt teilzunehmen. Gesagt, getan. Wir trafen uns 19Uhr und der Abend startete an einem Springbrunnen, welcher in buntem Licht erstrahlte und ein Wasserspiel zu Musik anzuschauen war. Dann ging es auf einen kleinen Markt und im Anschluss durch jede Menge Galerien, die gefüllt mit Läden und kleinen Cafés und Restaurants waren. Wir waren froh, an der Tour teilgenommen zu haben, denn in diese Gassen und Höfe wären wir wahrscheinlich nicht so ohne Weiteres herein spaziert.
Nach der Tour haben wir noch 2 Bars ausprobiert. Stacey gesellte sich zu uns und wir tauschten unsere Reiseerfahrungen aus. Wie man das halt so macht. Gegen Mitternacht haben wir uns auf den Weg zu Hostel gemacht. Ja, zu Fuß. Wir allein reisenden Travellettes werden immer sicherer mit dem Einschätzen der Do´s und Don´ts. Zumindest glauben wir das.
Mein letzter Tag in Córdoba startete mit deutschem, morgendlichen Stress. Montagmorgens Punkt 9Uhr haben 4 Leute in einem 6 Mann Zimmer gepackt. Ich schaute mir das Schauspiel aus der oberen Etage des Doppelstockbetts an und musste schmunzeln. Check-Out ist doch bis 12Uhr; nur waren sich alle sicher, dass das nicht der Fall ist. Ich begab mich erst einmal in die Dusche und verweilte dort eine kleine Ewigkeit.
Check-Out war tatsächlich nur bis 10:30Uhr. Ich habe auf 11Uhr hoch gehandelt und habe ganz in Ruhe und vor allem mit Platz im Zimmer meine 7 Sachen gepackt. Mein Bus ging erst 22Uhr. Was mit dem Tag anfangen.
Ich schlenderte durch die Stadt, aß ein Eis in der Sonne, trank einen Café und chillte dann einfach im Hostel.
Mehr muss es auch nicht immer sein.
Lessons Learned of these days:
Asado ist lecker!
Ich kann und mag mir gar nicht vorstellen, was da alles auf dem Grill gelandet ist. Auf jeden Fall war auch Blutwurst und sonstige Wurst dabei. Nicht darüber nachdenken. Einfach essen und schmecken lassen!
Horseriding will gelernt sein!
…Zumindest ein wenig, um so eine Tour entspannt zu absolvieren.
Mehr muss es auch nicht immer sein!
Man kann nicht jeden Tag den ganzen Tag Action haben und machen. Leute, ich bin raus aus dem Alter. Ein gepflegter Tag in Ruhe ist so etwas Schönes.
Einen Schnappschuss muss ich euch noch zeigen: Das ist Kaffee…mehr muss ich nicht hinzufügen. Schmeckt genauso, wie es aussieht!




















