Um den Bus zu nehmen, musste ich natürlich erst einmal zum Busbahnhof kommen. Bei angenehmen 27Grad machte ich mich morgens gegen 9Uhr auf den Weg. Zum Glück war mir der Weg ja schon bekannt, also war ich ganz entspannt. Ich fühlte mich trotz komplettem Gepäck völlig sicher und hatte keine Bedenken. Das änderte aber nichts daran, dass ich schon nach 15 Minuten Fußmarsch das erste Mal durchgeschwitzt an der Bushaltestelle ankam.
Nun hieß es winken, sobald ich einen Bus erspähte, welcher zum Busbahnhof fuhr. Gesagt, getan – ganze 3 Mal, bis dann tatsächlich auch ein Bus anhielt.
Der Reisebus nach Sao Paulo war überpünktlich an der besagten Plattform. Alle Passgiere konnten entspannt einsteigen und es sich gemütlich machen. Ich habe ein wenig in meinem Reiseführer gelesen und mich die ganze Zeit gefragt, wie man bei der stürmischen Klimaanlage und gefühlten 15Grad im T-Shirt in dem Bus sitzen konnte. Zum Glück hatte ich meine Jacke und meinen Schal griffbereit im Rucksack. Mit Kapuze auf und Schal um den Hals geschnürt, saß ich zwischen den T-Shirt Trägern und musste selber über mich schmunzeln.
Wir kamen Sao Paulo näher. In der Ferne erspähte ich die ersten Hochhäuser. Wir machten eine Punktlandung um genau 17:45Uhr. Es war zum Glück noch hell.
Rodriquo, ein junger Herr, der im Bus vor mir saß, bat mir an, mich zum Ticketschalter für die Metro zu bringen und mich noch in die richtige Bahn zu setzen. Ich nahm das Angebot natürlich dankend an. Keine Ahnung, warum ich mir so einen Stress gemacht habe. Es lief alles „mal wieder“ reibungslos. Ich war zwar eine ganze Weile in der Metro unterwegs, musste auch drei Mail umsteigen. Aber es gab keine außergewöhnlichen Zwischenfälle. Ich erwischte natürlich die Rush Hour und lief mit Tausenden Menschen über Rolltreppen, Rollbänder und durch Tunnel. Das gefährlichste hier, war es dem Sog im richtigen Moment zu entwischen und in den richtigen Tunnel abzubiegen.
(Die Bilder wurden zu einem späteren Zeitpunkt aufgenommen 😉 I)
An der Endhaltestelle Vila Olimpia angekommen, entschied ich mich dann doch für ein Taxi zum Hotel. Schließlich war es schon dunkel. Ich setzte mich ins Taxi und stieg wieder aus. Eigentlich hätte ich das Laufen können. Aber Sicherheit geht dann doch vor. Und die Vernunft kann ruhig auch öfter mal siegen.
Viel Zeit hatte ich im Hotel nicht. Der nächste Stopp: Nikki´s Büro und dann auf zum Sushi Rodizio.
Lessons Learned of the day:
Es gibt überall auf der Welt nette und vor allem auch hilfsbereite Menschen!
Nach meiner tollen Erfahrung in Rio, ging es hier gleich weiter. Unbekannte, die fragen, ob sie helfen können. Fremde, die mich zur Metro bringen. Alles war entspannt, so wie ich mittlerweile auch.
Nicht jeder, der dich anspricht, wird dich ausrauben oder erschießen.
Was auch immer ich mir für einen Horror-/Drama-/Actionfilm ausgemalt habe, brasilianische Großstädte sind Großstädte wie alle anderen. Sicherlich geht es hier auch mal heißer her, aber nicht 18Uhr in der U-Bahn – noch nicht.
Organisation ist die eine, genaue Vorbereitung die andere Seite des Backpacker-Lebens.
Google doch mal Entfernungen und Wege, zum Beispiel von Bahnhöfen zu Hotels.



